Auszug aus unerer Pressemitteilung:
Erreger der Spezies Giardien intestinalis sind im Darm bei Mensch und Tier weit verbreitete Protozoen. Die im Darm parasitierenden Stadien sind die Trophozoiten, die sich dort durch fortwährende Zweiteilung vermehren. Trophozoiten können sich an die Oberfläche der Darmschleimhaut anheften und dort den Bürstensaum schädigen. Durchfall unterschiedlicher Schwere kann resultieren, befallene Individuen können aber auch symptomfrei bleiben. In jedem Fall werden aber bereits wenige Tage nach der Infektion Zystenstadien ausgeschieden, die in der Umwelt über Tage oder Wochen überleben und sich als Infektionsstadien nach Aufnahme durch einen geeigneten Wirt erneut zu Trophozoiten entwickeln können. Auch wenn es von Giardien diverse Genotypen gibt, die sich in ihrer Wirtspräferenz unterscheiden, sind doch Infektionen von Menschen durch Giardien der Tiere bekannt, sodass Giardien als potenzielle Zoonoseerreger gelten.
Vor diesem Hintergrund erhalten hygienische Maßnahmen, zu denen auch die chemische Desinfektion gehört, zur Vermeidung von Infektionen eine besondere Bedeutung. Desinfektionsmittel, die gegen Protozoen wirken, werden von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) gelistet. Als Prüfmodell dient hier Cryptosporidium parvum, ein Protozoon, das sich durch eine besonders hohe Tenazität seiner Oozysten in der Umwelt auszeichnet. Demzufolge wird angenommen, dass gelistete Präparate gegen alle Protozoen, auch Giardien, wirksam sind. Allerdings sind die meisten getesteten Produkte (insbesondere Kresole) chemisch aggressiv und nur sehr eingeschränkt bis gar nicht zur Anwendung in z.B. Haushalten oder Tierarztpraxen geeignet.
Gemeinsam mit dem Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig hat ViPiBaX GmbH als Initiator und innovativer und zukunftsweisender Ideengeber in den letzten zwei Jahren ein Giardien-Modell zur Desinfektionsmitteltestung, um speziell auf Giardien-Wirksamkeit zu testen, entwickelt.
Mit der Etablierung eines Labormodells zur Beurteilung der Vitalität von Giardien-Zysten wurde ein Tool entwickelt, mit dem Inaktivierungsmaßnahmen an Zystenstadien zuverlässig untersucht werden konnten.
Nach Etablierung des Labortests wurde als Prüfsubstanz ViPiBaX® Giardien Ex als Mittel auf Wirksamkeit gegen Giardien-Zysten getestet. Es konnte sehr eindeutig gezeigt werden, dass die Inkubation mit ViPiBaX Giardien EX in der Lage war, die entsprechend behandelten Zysten vollständig zu inhibieren.
Ein Labormodell zur Prüfung der Inhibierung von Zysten des Genotyps A von Giardien intestinalis wurde erfolgreich etabliert. Das Modell wurde zur Testung von ViPiBaX® Giardien Ex eingesetzt. Eine medikamentöse Behandlung, die sicher und dauerhaft Zystenausscheidung verhindert, gibt es derzeit nicht. Damit kommt hygienischen Maßnahmen in der Erregerkontrolle eine besondere Bedeutung zu.
Die Anwendung des geprüften ViPiBaX® Giardien Ex inhibierte die Zysten reproduzierbar vollständig. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass das unser Produkt bereits nach einer kurzen Kontaktzeit von 5 Minuten die Dauerstadien von Giardien effizient abtötet. Bislang gab es keine Möglichkeit unter standardisierten Bedingungen Desinfektionsmittel auf ihre Wirkung gegen Giardien Zysten zu prüfen. Mit dem vorliegenden Modell konnte nun gezeigt werden, dass ViPiBaX® Giardien Ex eine sehr gute und schnelle Inaktivierung der Zysten bewirkt und den Infektionsdruck in der Umgebung ausscheidender Tiere und damit Übertragungsrisiken somit wesentlich vermindern kann. Es ist anzunehmen, dass die geprüften Anwendungsbedingungen mit keiner wesentlichen Gesundheitsbeeinträchtigung bei Mensch und Tier einhergehen. Damit dürfte das geprüfte Produkt für eine Anwendung in der Praxis in Tierheimen, Zuchten, Haushalten mit Hunden oder Tierarztpraxen geeignet sein. Für andere Präparateliegen, nach unserer Kenntnis, keine vergleichbaren Daten vor. Mit dem geprüften Produkt könnte sich nun eine bislang bestehende Lücke in der Giardien-Desinfektion schließen lassen und der Erregerbekämpfung eine wichtige neue Komponente hinzugefügt werden.